"Flexibilität, um soziale und wirtschaftliche Folgen abzufedern"

Eurogruppen-Treffen zur Coronakrise

Die Beratungen der Eurogruppe am Montag, 16. März 2020 , über die wirtschaftlichen Herausforderungen durch Covid-19 kommentieren Jens Geier, Vorsitzender der Europa-SPD und Joachim Schuster, Mitglied im Wirtschafts- und Währungsausschuss:

Jens Geier:  „Es ist wichtig, die Möglichkeiten zur größeren Flexibilität beim Europäischen Stabilitätspakt zu nutzen, damit die Staaten der Euro-Gruppe mehr Geld mobilisieren können. Die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Krise können besser abgemildert werden, wenn die Kreditfähigkeit der betroffenen Staaten erhöht wird."

„Jetzt wird Geld benötigt, um medizinisches Personal anzuwerben, Geräte und Ausrüstung zu beschaffen, die Kapazitäten in Krankenhäusern zu erweitern und Forschung zu fördern. Schließlich sind auch zusätzliche finanzielle Kapazitäten notwendig, um Überbrückungskredite zu gewähren und vermehrte Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit zu finanzieren.“

 

Joachim Schuster: „Die ideologisch geführte Debatte um Defizitregeln und Staatsverschuldung muss vor dem dringenden Handlungsbedarf bei der Bekämpfung der Covid19-Pandemie zurücktreten. Die EU-Mitgliedstaaten brauchen dringend mehr fiskalpolitischen Spielraum, um auf die Krise reagieren zu können. Liquiditätshilfen und Überbrückungskredite für Unternehmen aber auch Selbstständige und Kleinstunternehmen sind ebenso wichtig wie der Schutz von Beschäftigungsverhältnissen und der Finanzierung von Kurzarbeit. Die Eurogruppe muss jetzt Flexibilität gewähren, um die sozialen und wirtschaftlichen Folgen in Europa abzufedern.“